Projekt Beschreibung
Das Wichtigste in Kürze
Das Schloss Mirabell in Salzburg zählt zu den bekanntesten Barockbauwerken Österreichs und gehört gemeinsam mit seinem weitläufigen Garten zum UNESCO-Welterbe. 1606 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Liebesbeweis für Salome Alt erbaut, präsentiert sich die Anlage nach einem verheerenden Brand im Jahr 1818 heute in schlichterem, klassizistischem Gewand. Neben seiner historischen Bedeutung als Fürstensitz zieht das Schloss vor allem durch den prunkvollen Marmorsaal, die Engelstreppe und den Mirabellgarten mit Blick auf die Festung Hohensalzburg jährlich Millionen Besucher an. Heute dient das Bauwerk als Sitz der Salzburger Stadtverwaltung und des Bürgermeisters.
Ein Schloss aus Liebe: Die Entstehungsgeschichte
Die Geschichte von Schloss Mirabell ist eng mit einer der berühmtesten Romanzen des Salzburger Barocks verknüpft. Im Jahr 1606 ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau die Anlage vor den damaligen Stadtmauern errichten. Es diente als Landhaus für seine heimliche Lebensgefährtin Salome Alt und die gemeinsamen 15 Kinder und trug ursprünglich den Namen Schloss Altenau.
Nach der Sturz und Einkerkerung Wolf Dietrichs im Jahr 1612 vertrieb sein Nachfolger und Neffe, Markus Sittikus von Hohenems, Salome Alt und ihre Kinder vom Anwesen. Um die Erinnerung an seinen Vorgänger zu tilgen, benannte er das Anwesen in Schloss Mirabell um – abgeleitet von den italienischen Wörtern mirabile („bewundernswert“) und bella(„schön“). Unter Fürsterzbischof Paris von Lodron wurde die Anlage im 17. Jahrhundert durch Befestigungswälle in das erweiterte Stadtgebiet von Salzburg integriert.
Der Wandel der Architektur: Vom Prunkbarock zum Klassizismus
Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach das Schloss durch den namhaften Barockbaumeister Johann Lucas von Hildebrandt grundlegend umgestalten und erweitern. Es entstand ein prächtiger baroker Palastbau mit aufwendigen Dachzonen und Statuen.
Ein verheerender Stadtbrand am 30. April 1818 zerstörte das Schloss jedoch zu großen Teilen. Dass die bedeutendsten Kunstschätze gerettet werden konnten, ist einem glücklichen Umstand zu verdanken: Die Prunkstiege und der Marmorsaal blieben vom Feuer nahezu unberührt. Der Wiederaufbau erfolgte unter dem Wiener Hofbaumeister Peter de Nobile. Er verzichtete auf die üppigen Barockelemente der Fassade, wodurch das Gebäude sein heutiges, schlichtes und durch die Symmetrie des Klassizismus geprägtes Erscheinungsbild erhielt.
Die Glanzstücke im Schlossinneren
Der Marmorsaal
Der ehemalige Festsaal der Fürsterzbischöfe gilt heute als einer der prunkvollsten und romantischsten Trauungssäle der Welt. Die Wände sind mit echtem Marmor, Marmorimitationen und vergoldetem Stuck verkleidet. Hier musizierten bereits Leopold Mozart und seine Kinder Nannerl und Wolfgang Amadeus. Neben standesamtlichen Trauungen bildet der Saal heute die Kulisse für die bekannten Schlosskonzerte Mirabell.
Die Engelstreppe
Die Prunkstiege im Westtrakt führt hinauf in den Marmorsaal und gehört zu den beeindruckendsten Treppenaufgängen des Barockzeitalters. Sie wurde von Georg Raphael Donner entworfen. Die kunstvoll geschwungene Marmorbalustrade ist mit unzähligen verspielten Engelfiguren (Putten) verziert.
Der Mirabellgarten: Barocke Gartenkunst und Weltruhm
Der weitläufige Mirabellgarten wurde um 1690 unter Erzbischof Johann Ernst von Thun nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach neu konzipiert. Seine Geometrie ist exakt auf das Wahrzeichen der Stadt – die Festung Hohensalzburg – und den Salzburger Dom ausgerichtet.
Wichtige Stationen im Garten:
- Großes Gartenparterre & Pegasusbrunnen: Im Zentrum der großen Fontäne stehen vier Figurengruppen von Ottavio Mosto, welche die vier Elemente (Feuer, Luft, Erde und Wasser) symbolisieren. Unweit davon befindet sich die bronzene Pegasus-Skulptur.
- Der Zwergelgarten: Der im Jahr 1695 angelegte Bereich ist der älteste Zwergengarten Europas. Von den ursprünglich 28 skurrilen Figuren aus weißem Untersberger Marmor sind heute noch 17 zu sehen.
- Das Heckentheater: Es zählt zu den ältesten erhaltenen Heckentheatern nördlich der Alpen und wird im Sommer für kulturelle Aufführungen genutzt.
- Filmkulisse für „The Sound of Music“: Internationalen Kultstatus erlangte der Garten als Hauptdrehort für das US-Film-Musical The Sound of Music. Die Szene, in der Julie Andrews mit den Kindern um den Pegasusbrunnen tanzt und das Lied „Do-Re-Mi“ singt, machte die Gartenanlage weltweit bekannt.
Das Schloss in der Gegenwart
Seit 1947 ist das Schloss Mirabell der offizielle Sitz des Salzburger Bürgermeisters und beherbergt Teile der Stadtverwaltung. Der Mirabellgarten ist ganzjährig tagsüber frei zugänglich, während der Marmorsaal und die Engelstreppe täglich für Besucher geöffnet stehen (sofern keine Trauungen oder Sonderveranstaltungen stattfinden).
+43 662 80720
Schlossgebäude (Prunkstiege / Engelstreppe)
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 08:00 – 18:00 | 08:00 – 18:00 | 08:00 – 18:00 | 08:00 – 18:00 | 08:00 – 18:00 | 08:00 – 18:00 | geschlossen |
Marmorsaal
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 08:00 – 16:00 | 13:00 – 16:00 | 08:00 – 16:00 | 08:00 – 16:00 | 13:00 – 16:00 | 13:00 – 16:00 | geschlossen |
Hinweis: Bei Sonderveranstaltungen, Trauungen oder Konzerten ist kein Publikumsverkehr im Marmorsaal möglich.
Mirabellgarten
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit | ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit | ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit | ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit | ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit | ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit | ab ca. 06:00 bis Einbruch der Dunkelheit |
Hinweis: Zwergelgarten & Heckentheater: Im Winter geschlossen.
Der Eintritt zu den öffentlich zugänglichen Bereichen von Schloss Mirabell ist kostenlos.
Preise im Überblick
- Mirabellgarten: Eintritt frei (täglich tagsüber zugänglich).
- Schlossgebäude & Engelstreppe: Eintritt frei (zu den regulären Öffnungszeiten).
- Marmorsaal: Eintritt frei (Besichtigung möglich, sofern keine Trauungen oder Veranstaltungen stattfinden).
Kostenpflichtige Ausnahmen
Gebühren fallen nur an, wenn du dort ein Event besuchst oder heiratest:
- Schlosskonzerte Mirabell: Die Tickets für die klassischen Konzerte im Marmorsaal kosten je nach Kategorie und Veranstaltung meist zwischen 30,00 € und 45,00 €.
Mit dem Auto
Wenn du mit dem Pkw anreist, solltest du beachten, dass die historische Innenstadt rund um das Schloss weitgehend Fußgängerzone oder Kurzparkzone ist.
- Anfahrt:
Über die Autobahn A1 (Westautobahn), Ausfahrt Salzburg-Mitte, der Ignaz-Harrer-Straße und Saint-Julien-Straße in Richtung Zentrum/Mirabell folgen. - Parkmöglichkeiten (Parkhäuser direkt vor Ort):
- Contipark Tiefgarage Mirabell-Congress-Garage: Befindet sich direkt unter dem Mirabellplatz (Adresse: Mirabellplatz 5). Von dort gehst du nur zwei Minuten zum Schloss.
- Contipark Parkgarage Raiffeisen: Ebenfalls in unmittelbarer Gehdistanz (Adresse: Schwarzstraße 13).
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Anreise per Bahn und Bus ist die entspannteste Option, da das Schloss sehr zentral liegt:
- Vom Hauptbahnhof Salzburg (Fußweg):
Das Schloss liegt nur etwa 1 Kilometer südlich des Hauptbahnhofs. Du erreichst es zu Fuß in ca. 10 bis 15 Minuten geradewegs über die Rainerstraße. - Mit dem Stadtbus:
Nahezu alle wichtigen Buslinien (u. a. die Linien 1, 3, 5, 6, 25) halten direkt an der Haltestelle Salzburg Mirabellplatz. Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zum Schlosseingang und zum Mirabellgarten.






