Projekt Beschreibung

Das Wichtigste in Kürze

Das Stift St. Peter (Erzabtei St. Peter) in Salzburg gilt mit seiner Gründung im Jahr 696 durch den heiligen Rupert als das älteste durchgehend bestehende Kloster im deutschen Sprachraum. Am Fuße des Mönchsbergs gelegen, prägt der benediktinische Komplex seit über 1300 Jahren das geistliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Stadt. Das Bauensemble vereint Meisterwerke verschiedener Epochen – von der ursprünglich romanischen Stiftskirche mit ihrer opulenten Rokoko-Innenausstattung über die mittelalterlichen Katakomben im Fels bis hin zum weltberühmten Petersfriedhof. Neben seiner architektonischen Bedeutung war St. Peter historisch stets ein Zentrum der Bildung und Musik und verknüpft bis heute traditionelles Klosterleben mit modernen Wirtschaftsbetrieben.

Gründung und historische Entwicklung

Die Geschichte des Klosters begann um 696, als Bischof Rupert von Worms nach Salzburg (dem antiken Iuvavum) kam, um die Region zu missionieren. Er errichtete das Stift St. Peter als Missionskloster und Bischofssitz. Bis zum Jahr 987 waren die Ämter des Salzburger Erzbischofs und des Abtes von St. Peter in Personalunion vereint.

Über das Mittelalter hinweg entwickelte sich das Stift zu einem herausragenden Zentrum des Monastizismus und des Geisteslebens:

  • Mittelalterliche Schreibschule: Die Mönche schufen bedeutende Handschriften, darunter das Verbrüderungsbuch von 784.
  • Universität Salzburg: 1622 gründete Erzbischof Paris Lodron unter enger Einbindung des Stifts die Benediktiner-Universität, wodurch St. Peter über Jahrhunderte ein akademisches Zentrum blieb.
  • Erzabtei: 1927 wurde das Stift aufgrund seiner historischen Sonderstellung zur Erzabtei erhoben.

Die Stiftskirche St. Peter

Die Stiftskirche stellt das bauliche Herzstück des Klosters dar. Der heutige Kirchenbau geht im Kern auf eine dreischiffige romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert (1131–1143) zurück, deren gewaltiger Kirchturm im Kern sogar noch älter ist.

Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Gotteshaus mehrere Umgestaltungen:

  • Fassaden und Vorhalle: Erhalten sind eine gotische Vorhalle sowie das romanische Portal.
  • Rokoko-Neugestaltung: Unter Abt Beda Seeauer erhielt der Innenraum ab Mitte des 18. Jahrhunderts ein prachtvolles Gewand aus weiß-grünem Stuck, Deckenfresken und opulenten Altären.

Der Petersfriedhof und die Katakomben

Der an den Fels des Mönchsbergs schmiegende Petersfriedhof zählt zu den stimmungsvollsten und ältesten Begräbnisstätten Europas. Er entstand bereits in der Spätantike und umfasst künstlerisch wertvolle Arkadengräber und Familiengrüfte.

  • Prominente Grabstätten: Hier ruhen unter anderem Nannerl Mozart (die Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart) und der Komponist Michael Haydn.
  • Katakomben: Direkt in den Fels des Mönchsbergs gehauen, dienten diese frühchristlichen Höhlenräume (unter anderem mit der St.-Gertrauden-Kapelle von 1178) nicht als Gräber, sondern als frühe Versammlungs- und Andachtsstätten.
  • Popkultur: Friedhof und Felsenräume erlangten als Kulisse für die Fluchtszene im Hollywood-Film The Sound of Music internationale Berühmtheit.

Bedeutung für die Musikgeschichte

Das Stift pflegt eine lange Tradition der Musikförderung. Sowohl Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart als auch Johann Michael Haydn standen in engem Kontakt mit den Mönchen. Für den damaligen Abt komponierte der 13-jährige Mozart 1769 die berühmte Dominikusmesse. Zudem wird angenommen, dass Mozarts Große Messe in c-Moll 1783 in der Stiftskirche uraufgeführt wurde – mit seiner Frau Constanze als Sopransolistin.

Wirtschaftsbetriebe und Stift heute

Ganz nach der benediktinischen Regel „Ora et labora“ (Bete und arbeite) vereint St. Peter bis heute geistliches Leben mit traditionellem Gewerbe:

  • Stiftskulinarium St. Peter: Das Restaurant gilt als die älteste urkundlich erwähnte Gaststätte Mitteleuropas (erstmals 803 von Alkuin von York genannt).
  • Stiftsbäckerei: Bekannt für ihr traditionelles Holzofen-Brot aus Naturteig.
  • Museum St. Peter: Als Teil des Salzburger DomQuartiers präsentiert das Klostermuseum wertvolle Kunstschätze aus den Sammlungen der Erzabtei (wie den Heinrichskelch aus dem 12. Jahrhundert).

+43 662 844576

Die Öffnungszeiten im Komplex der Erzabtei / Stift St. Peter Salzburg unterscheiden sich je nach Bereich:

Stiftskirche St. Peter

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00

Petersfriedhof Sommer (Apr. – Sep.)

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
06:30 – 20:00 06:30 – 20:00 06:30 – 20:00 06:30 – 20:00 06:30 – 20:00 06:30 – 20:00 06:30 – 20:00

Petersfriedhof Winter (Okt. – Mrz.)

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
08:00 – 18:00 08:00 – 18:00 08:00 – 18:00 08:00 – 18:00 08:00 – 18:00 08:00 – 18:00 08:00 – 18:00

Katakomben im Fels Sommer (Mai – Sep.)

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 18:00

Katakomben im Fels Winter (Okt. – Apr.)

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00 10:00 – 12:30 und 13:00 – 17:00

Museum St. Peter (im DomQuartier)

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
10:00 – 17:00 geschlossen 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00