Projekt Beschreibung

FRAUENKIRCHE




Beschreibung

Das Wichtigste zur Frauenkirche in Kürze

Die gotische Dom- und Stadtpfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ (meist nur kurz „Frauenkirche“ genannt) aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen von München und als eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt unbedingt einen Besuch wert. Die dreischiffige spätgotische Backsteinkirche ist die Kathedralkirche des Erzbischofs von München und Freising. Da die Türme der Frauenkirche knapp 100 Meter messen und die Münchner Stadtverwaltung Bauten mit über 100 Metern Höhe im Stadtzentrum untersagt hat, ist die Frauenkirche aus allen Himmelsrichtungen von weitem sichtbar. Vom Südturm aus genießt man eine grandiose Aussicht auf München, die an klaren Tagen bis zu den Alpen reicht.

Die Geschichte der Frauenkirche

Die Vorgängerkirche der Frauenkirche

Bereits im 13. Jahrhundert befand sich an der Stelle der heutigen Frauenkirche eine Marienkapelle, die vom bayerischen Herrscherhaus der Wittelsbacher errichtet wurde. Die Kirche über die Jahrzehnte ausgebaut und mit einer reichen Innenausstattung versehen, die später auf die neue Frauenkirche übertragen wurde. Auch diente die Vorgängerkirche bereis als Grabplatz der Münchner Linie der Wittelsbacher.

Die Legenden zum Neubau der Frauenkirche

Um den Neubau der Frauenkirche ranken sich mehrere Legenden. So soll Herzog Sigismund auf einer Jagd auf München geblickt und gemeint haben, die Stadt brauche eine Kirche, die ihr von weitem künde. Eine andere Erzählung spricht davon, dass während einer Messe in der alten Kirche ein Mädchen zusammengebrochen und gestorben sei, da man sie nicht aus der vollen Kirche schaffen konnte. Daraufhin habe der Herzog geschworen, eine neue und geräumigere Kirche zu bauen, damit sich so ein Vorfall niemals wiederholen könne. Tatsächlich aber gaben wahrscheinlich das Bevölkerungswachstum und das gestiegene Selbstbewusstsein der Münchner Bürger sowie ihr Repräsentationswille den Ausschlag zum Neubau.

Der Neubau der Frauenkirche im 15. und 16. Jahrhundert

Dieser wurde von Jörg von Halsbach ausgeführt, der gleichzeitig auch das Alte Münchner Rathaus erbaute. Von Halsbach entschied sich aus Kosten- und Materialgründen für einen schlichten Ziegelsteinbau, da es keinen nahegelegenen Steinbruch gab. Im Jahre 1468 wurde der Grundstein für die neue Frauenkirche gelegt. Der Bau schritt vergleichsweise zügig voran. Die Türme wurden, abgesehen von den Turmspitzen, bereits 1488 fertiggestellt. Man war also nach nur 20 Jahren fertig geworden, eine im Vergleich zu anderen großen Kirchen sehr kurze Bauzeit. Kurz nach der Fertigstellung verstarb Jörg von Halsbach und wurde in der Kirche begraben. Im Jahre 1494 wurde die neue Kirche schließlich geweiht. Die Türme wurden erst um 1525 mit dem Aufsetzen ihrer charakteristischen Hauben vollendet.

Die Barockisierung der Frauenkirche im 17. und 18. Jahrhundert

Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurde die Frauenkirche mehrfach architektonisch verändert. Im 17. Jahrhundert kam es zu einer Barockisierung des Innenraums. In dieser Zeit wurden ein Triumphbogen am Eingang zum Chor, ein monumentaler Hochalter und ein Kenotaph für Ludwig des Bayern errichtet. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde nach und nach alle Altäre mit neuen Gemälden und Rentabeln ausgestattet sowie das Chorgestühl und die Kanzel neugestaltet.

Die Regotisierung der Frauenkirche im 19. Jahrhundert

Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer konsequenten Regotisierung des Inneren der Frauenkirche. Da seinerzeit die Gotik als „kirchlichster“ aller Stile angesehen wurde, fiel von 1858 bis 1868 ein Großteil der bestehenden Renaissance- und Barockausstattung einer neogotischen Purifizierung zum Opfer. Diese Regotisierungsmaßnahme war aus kunstgeschichtlicher und denkmalpflegerischer Sicht ein historistischer Kahlschlag. Vor allem der Hoch- und die Seitenaltäre sowie die Kanzel sind als große kunstgeschichtliche Verluste zu bezeichnen. Das Gewölbe der Frauenkirche wurde im Zuge der Neogotisierung als Sternenhimmel farbig ausgemalt.

Die Zerstörung und der Wiederaufbau der Frauenkirche im 20. Jahrhundert

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Frauenkirche mehrfach durch Luftangriffe schwer beschädigt und das Hallengewölbe stürtze teilweise ein. Auch wurden weite Teile der Einrichtungen zerstört, da die neogotische Ausstattung während der Kriegszeit aufgrund ihrer fehlenden historischen Bedeutung nicht aus der Kirche geborgen wurde. Der Wiederaufbau nach dem Krieg erfolgte zuerst in nüchterner und schmuckloser Form. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde der Innenraum neu gestaltet. Von der ursprünglichen Ausstattung sind einzig die Glasgemälde der Chorfenster und einzelne Gemälde und Skulpturen erhalten, die durch andere Stücke ergänzt wurden. So ist das Kircheninnere heute wieder etwas reicher ausgestattet als in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg.

Die Architektur der Frauenkirche

Die Fassade und Türme der Frauenkirche

Die Frauenkirche ist ein dreischiffiger Backsteinbau mit umlaufendem Kapellenkranz. Die Kirche ist in sich geschlossen und von außen schlicht gehalten – das bei den meisten gotischen Kirchen übliche Strebewerk verlegte Architekt von Halsbach in den Innenraum. Die Frauenkirche ist 109 Meter lang, 40 Meter breit und das Mauerwerk des Kirchschiffs etwa 37 Meter hoch. Entgegen einer weit verbreiteten Legende, die besagt, dass die beiden Türme sich um genau einen Meter in der Höhe unterscheiden, sind diese fast gleich hoch: Der Nordturm misst 98,57 Meter, der Südturm 98,45 Meter. Die Türme wirken sehr mächtig und ziehen den Blick auf sich, da sie den relativ niedrigen First des Schiffes deutlich überragen.

Das Äußere des Gebäudes weist im Vergleich zu in Bruchstein errichteten Kirchen der Gotik sehr wenig Verzierungen auf. Sogar im Vergleich mit der Backsteingotik des Ostseeraums sind Wandgestaltung und Gesamtstruktur einfach und klar. Aber gerade diese würdevolle Schlichtheit lässt den Bau gewaltiger und imposanter erscheinen, als dies von einer üppigen Verzierung geleistet werden könnte.

Der Innenraum der Frauenkirche

Die hohen Fenster der Längsseiten und des Chorumgangs und die Schlankheit der Pfeiler geben ebenso wie der helle Wandanstrich der Kirchenhalle eine lichte Atmosphäre. Beim Betreten der Vorhalle sieht man die elf Pfeilerpaare als weiße Wand. Diese achteckigen, schmucklosen Pfeiler gliedern den Raum in drei Schiffe. Der Boden ist von einem Rautenmuster, bestehend aus einem grün-bläulichen und einem rötlichen Stein bedeckt. Die Decke ist in schönster spätgotischer Manier als Sterngewölbe ausgeführt.

Der Teufelstritt

In der Eingangshalle der Kirche befindet sich ein ganz besonderer Fußabdruck, der sogenannte „Teufelstritt“. Hier stand der Legende nach der Teufel höchstpersönlich, weil er mit Baumeister Jörg von Halspach um dessen Seele gewettet hatte. Von Halspach behauptete frech, dass man in der Kirche gar keine Fenster sehen könne. Der neugierige Teufel wollte sich davon selbst überzeugen. Er stand also an jener markanten Stelle, von der man (seinerzeit) in der Tat keine Fenster sehen konnte, da sie von den Säulen verdeckt waren. Vor Freude über die scheinbare Dummheit der Menschen stampfte er auf und hinterließ im Boden der Kirche seinen Fußabdruck. Als der Fürst der Finsternis jedoch einen weiteren Schritt wagte, entdeckte er die vielen Fenster des Gotteshauses. Wütend verwandelte er sich in Wind und wollte den Kirchenbau zerstören. Er versucht es wohl noch immer, denn wer in die Nähe der Frauenkirche kommt oder sie betritt, spürt stets eine leichte Brise.

Der Kenotaph Kaiser Ludwigs und die Krypta

Wer sich für die Grabstätten bayerischer Herrscher interessiert, sollte den Kenotaph Kaiser Ludwigs des Bayern und die Krypta gesehen haben. Der Kenotaph aus poliertem schwarzen Kalkstein wurde 1622 vom berühmten Bildhauer Hans Krumpper für den 1347 verstorbenen Ludwig errichtet. Die Gebeine Ludwigs liegen jedoch nicht in diesem Scheingrab, sondern in der Krypta. Dort sind eine Vielzahl weiterer bayerischer Könige, Herzöge und Prinzessinen begraben.

Die Aussicht von der Frauenkirche

Wer eine atemberaubende Aussicht auf München genießen möchte, sollte den Südturm der Frauenkirche besteigen. Der Nordturm der Kirche ist hingegen nicht öffentlich zugänglich. Vom Südturm bietet sich aus fast 100 Metern Höhe ein einmaliger Panoramablick über die bayerische Landeshauptstadt und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wie den Marienplatz mit dem Neuen Rathaus und St. Peter, die Theatinerkirche am Odeonsplatz, der Olympiaturm und die Theresienwiese. Bei klarer Sicht sind vom höchsten Punkt der Münchner Altstadt sogar die Alpen zu sehen.




Telefon

+49 89 290082 0

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten Kirche:

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00 08:00 – 20:00

Öffnungszeiten Südturm:

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 10:00 – 17:00 11:30 – 17:00

Eintrittspreise

Eintrittspreise Kirche:

kostenlos

Eintrittspreise Südturm:

Erwachsene: 7,50€

Schüler und Studenten: 5,50€

Kinder und Jugendliche (7 – 16): 5,50€

Kleinkinder (0 – 6): kostenlos

Familien (2 Erwachsene und 2 Kinder/Jugendliche): 21€

Powered by GetYourGuide

Lage

Anfahrt

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

U-Bahnlinien 3 und 6: Haltestelle Marienplatz

S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 6, 7 und 8: Haltestelle Marienplatz

Straßenbahnlinien 19, 21 und N19: Haltestelle Marienplatz (Theatinerstraße)

Mit dem Auto:

Nächstgelegene Parkhäuser sind die Operngarage und die Pschorr Garage.

Flüge nach München suchen